Ein besonders wertvoller Tipp, den ich werdenden Mamas mitgeben möchte, ist das Tönen!
Unterstütze dein Baby mit deiner Stimme und komponiere deinen eigenen Soundtrack während der Geburt. Ob lautes aaaahhh oder ohhhhhh beim Tönen unter der Geburt passiert viel mehr, als nur „Geräusche machen, damit’s leichter wird“. Dein Körper wird buchstäblich zum Resonanzkörper, also zu einem lebendigen Klangraum, in dem Vibrationen und Schwingungen nicht nur hörbar, sondern auch für dich und dein Baby spürbar sind. Wenn du tief tönst, öffnet sich dein Kehlkopf, das bedeutet Luft kann eintreten (yey du atmest) und es entsteht eine Schwingung im Kehlkopf, die sich durch dein Zwerchfell, den Brustkorb, das Becken bis in den Beckenboden fortsetzt. Dein ganzer Körper beginnt leicht mitzuvibrieren und entspannt deine Muskulatur. Wollen wir entspannte Muskulatur während der Geburt? Jaaaaaaaaa! Damit dein Baby sich mit dem geringstmöglichen Widerstand durch deinen Körper hindurch bewegen kann und du weniger Schmerzen hast. In einer randomisierten Kontrollstudie (Vocalization during the second stage of labor to prevent perineal trauma) wurden Gebärende während der Geburt ihres Kindes aktiv dazu angeleitet auch Laute beim Ausatmen zu machen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Frauen die aktiv zum Tönen angeleitet wurden, hatten das Risiko für einen schweren Dammriss (über 2 cm) um 68% gesenkt. Was weiterhin interessant wäre, aber noch nicht erforscht wurde, ist wie viel Schmerzmittelbedarf tönende Frauen während der Geburt haben und wie lange die Geburten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe dauern. Aber bis hierhin schon mal ein starkes Ergebnis!
Es gibt tatsächlich Menschen, die krankheitsbedingt keinen Kehldeckel mehr haben. Diese Menschen verlieren die Fähigkeit eine Bauchpresse zu machen. Eine Bauchpresse machen wir oft, wenn wir etwas Schweres anheben wollen und dabei die Bauchmuskulatur, dass Zwerchfell und die Beckenbodenmuskulatur anspannen. Dass das nicht mehr geht, sobald der Kehlkopf fehlt oder eben, wie beim Singen, geöffnet ist, zeigt wie wundervoll wir das Tönen für eine entspannte Beckenbodenmuskulatur nutzen können.
Ina May Gaskin, eine Pionierin der natürlichen Geburt, US-amerikanische Hebamme und Autorin, hat jahrelang gesammeltes Hebammenwissen zusammengetragen, in welchem sie vom sogenannten Open Mouth, Open Bottom-Prinzip spricht. Sie betont wie ein geöffneter Mund den Muttermund öffnet und der Damm sich entspannt. Sie hat jahrzehntelang einen Zusammenhang beobachtet, den viele Physiotherapeuten bestätigen werden: Kiefer- und Beckenbodenmuskulatur sind neurophysiologisch miteinander verknüpft. Lockert sich der eine, tut es der andere auch.
Deswegen atme tief ein und bei der Ausatmung öffnest du den Mund! Ob Tönen, Singen, Brummen, Röhren, Meckern – mach, was immer dein Körper braucht. Die Hebammen haben wirklich schon ALLES gehört. Von Hyäne bis Hirsch ist alles dabei.
Jeder, der schon mal im Auto bei voller Lautstärke ein Lied mit geträllert hat, weiß Singen macht glücklich. Und genau das darf Geburt auch sein. Also: Mund auf, Becken auf. Ton an, Kontrolle aus.
Du wünschst dir eine Geburt in Vertrauen?
Ich begleite Schwangere und ihre Familien in Heddesheim, Viernheim, Weinheim, Ladenburg, Schriesheim, Mannheim, Heidelberg und Umgebung mit fundiertem Wissen, individueller Vorbereitung und persönlicher Begleitung. Jede Geburt ist einzigartig. Deshalb beginnt unsere Zusammenarbeit mit einem unverbindlichen Kennenlernen, bei dem wir über deine Wünsche, Fragen und Vorstellungen sprechen.
